Wer helfen möchte, muss nicht sofort alles können. Entscheidend ist, Gefahren zu erkennen, Ruhe zu gewinnen und die Rettungskette in Gang zu setzen.
1. Eigenschutz geht vor
Bevor Sie zu einer verletzten oder erkrankten Person gehen, schauen Sie kurz: Drohen Verkehr, Feuer, Strom, Rauch, herabfallende Gegenstände oder aggressive Personen? Bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr. Ein zweiter Verletzter hilft niemandem.
Sichern Sie die Situation nur so weit ab, wie es gefahrlos möglich ist – zum Beispiel Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anlegen, andere Personen warnen oder Abstand zu einer Gefahrenquelle halten.
2. Reaktion und Atmung prüfen
Sprechen Sie die Person laut an und berühren Sie sie vorsichtig an den Schultern. Reagiert sie nicht, rufen Sie weitere Helfer hinzu. Öffnen Sie die Atemwege und prüfen Sie höchstens zehn Sekunden lang, ob eine normale Atmung vorhanden ist.
Achtung: Einzelne, unregelmäßige schnappende Atemzüge sind keine normale Atmung. In diesem Fall muss von einem Kreislaufstillstand ausgegangen und sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden.
3. Den Notruf 112 klar absetzen
Rufen Sie frühzeitig die 112 an – am besten über die Lautsprecherfunktion, damit Ihre Hände frei bleiben. Nennen Sie den genauen Ort, beschreiben Sie kurz, was passiert ist und wie viele Menschen betroffen sind. Beantworten Sie die Fragen der Leitstelle und legen Sie nicht eigenständig auf.
4. Aufgaben verteilen
Sprechen Sie Umstehende direkt an: „Sie mit der roten Jacke, rufen Sie bitte 112.“ Oder: „Holen Sie den AED am Eingang.“ Konkrete Aufträge verhindern, dass alle warten, weil jeder glaubt, jemand anderes werde handeln.
Erste Hilfe beginnt nicht mit Perfektion. Sie beginnt damit, dass jemand Verantwortung übernimmt und den ersten richtigen Schritt macht.
Erste Hilfe praktisch lernen
Lesen schafft Orientierung. Sicherheit entsteht durch Übung. Der nächste Erste-Hilfe-Kurs von Team Rufe-Dich findet am 17.10.2026 statt.

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