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Auch Angehörige dürfen müde sein

Eine Frau hält eine Tasse und erhält Zuspruch durch eine zweite Frau; Bildtext: Auch Angehörige dürfen müde sein.

Wenn Erinnerungen leiser werden – Teil 5

Die Begleitung eines Menschen mit Demenz kann aus Liebe entstehen. Sie kann trotzdem erschöpfen.

Angehörige organisieren Termine, Medikamente und Mahlzeiten. Sie reagieren nachts auf Unruhe, beantworten dieselbe Frage immer wieder und müssen gleichzeitig Beruf, Familie und den eigenen Alltag bewältigen.

Viele haben dabei das Gefühl, nie genug zu tun.

Erschöpfung ist kein Mangel an Liebe

Wer gereizt, müde oder überfordert ist, hat nicht automatisch versagt. Dauerhafte Betreuung kann körperlich und seelisch an Grenzen führen.

Warnzeichen können sein:

  • ständige Schlafprobleme;
  • zunehmende Gereiztheit;
  • sozialer Rückzug;
  • eigene Arzttermine werden abgesagt;
  • das Gefühl, niemals abschalten zu dürfen;
  • Angst davor, mit der betreuten Person allein zu sein;
  • Gedanken wie: „Ich kann einfach nicht mehr.“

Spätestens dann braucht nicht nur der erkrankte Mensch Unterstützung.

Hilfe darf beginnen, bevor alles zusammenbricht

Mögliche Entlastungen sind beispielsweise:

  • Pflegeberatung;
  • ambulante Dienste;
  • Tagespflege;
  • Betreuungsangebote;
  • Kurzzeit- oder Verhinderungspflege;
  • Angehörigengruppen;
  • eine gerechtere Aufgabenverteilung innerhalb der Familie.

Welche Leistungen passen, hängt von der jeweiligen Situation, dem Pflegegrad und den örtlichen Angeboten ab.

Ein Pflegeheim ist nicht automatisch ein Verrat

Manchmal reicht die Versorgung zu Hause nicht mehr aus. Das kann an nächtlichem Umherwandern, medizinischem Pflegebedarf, räumlichen Bedingungen oder der Gesundheit der Angehörigen liegen.

Eine stationäre Betreuung kann dann eine verantwortungsvolle Entscheidung sein – nicht der Beweis dafür, dass jemand aufgegeben wurde.

Niemand sollte sich selbst zerstören müssen, um zu beweisen, wie sehr er einen anderen Menschen liebt.

Hinweis: Pflegekassen, kommunale Pflegestützpunkte und Alzheimer-Beratungsstellen können über konkrete Entlastungsangebote und Ansprüche informieren.

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