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Unruhe ist eine Botschaft: Nicht alles ist „nur die Demenz“

Älterer Mann sitzt nachdenklich neben einer Frau am Tisch; Bildtext: Unruhe ist eine Botschaft.

Wenn Erinnerungen leiser werden – Teil 4

Ein Mensch mit Demenz wird plötzlich unruhig. Er ruft, läuft umher, verweigert das Essen oder wehrt sich bei der Körperpflege.

Schnell fällt der Satz: „Das ist eben die Demenz.“ Doch Verhalten entsteht nicht im luftleeren Raum.

Was möglicherweise dahintersteckt

Unruhe oder Abwehr können unter anderem ausgelöst werden durch:

  • Schmerzen;
  • Hunger oder Durst;
  • Harndrang oder Verstopfung;
  • eine Infektion;
  • schlecht sitzenden Zahnersatz;
  • Neben- oder Wechselwirkungen von Medikamenten;
  • Überforderung durch Lärm und zu viele Menschen;
  • Angst, Einsamkeit oder fehlende Orientierung;
  • Müdigkeit oder einen gestörten Tag-Nacht-Rhythmus.

Menschen mit fortgeschrittener Demenz können Beschwerden häufig nicht mehr benennen oder richtig zuordnen. Schmerzen zeigen sich dann möglicherweise nicht durch den Satz „Mein Zahn tut weh“, sondern durch Rückzug, Gereiztheit oder die Ablehnung einer Mahlzeit.

Erst beobachten, dann beurteilen

Hilfreiche Fragen können sein:

  • Seit wann ist das Verhalten anders?
  • Tritt es zu einer bestimmten Uhrzeit auf?
  • Was geschah unmittelbar davor?
  • Wurde ausreichend gegessen und getrunken?
  • Gibt es Anzeichen für Schmerzen oder Fieber?
  • Wurden Medikamente verändert?
  • Ist die Umgebung zu laut oder unübersichtlich?

Solche Beobachtungen können Ärztinnen, Ärzten und Pflegefachkräften wichtige Hinweise geben.

Verhalten ist nicht automatisch Absicht

Was wie Aggression, Sturheit oder Undankbarkeit wirkt, kann der Versuch sein, Angst, Schmerz oder Überforderung auszudrücken.

Das bedeutet nicht, dass Angehörige alles allein aushalten müssen. Es bedeutet aber, dass hinter dem Verhalten zuerst eine Ursache gesucht werden sollte, bevor nur versucht wird, es zu unterdrücken.

Wichtig: Plötzliche starke Verwirrtheit, ausgeprägte Wesensveränderungen, Fieber, Stürze, Atemnot, Lähmungserscheinungen oder Bewusstseinsveränderungen erfordern eine zeitnahe beziehungsweise akute medizinische Abklärung.

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